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In jedem Unternehmen gibt es Energiesparpotenzial, das je nach Branche und Betrieb unterschiedlich hoch ausfällt. Bereits durch Optimierungen lassen sich in der Regel 10-15% des Energiebedarfs einsparen und damit nicht nur Strom sparen, sondern auch die Kosten senken. Weitere Informationen:

Interview: Daniel Fust, CEO, Alex Villiger, Leiter Personal der GKB: «Ich bin von der Resilienz der Bündner KMU stark beeindruckt»

Im Doppelinterview haben Sonja Gartmann und Maurus Blumenthal Fragen zu aktuellen Themen wie Arbeitskräftemangel, Energie und Nachhaltigkeit dem CEO der Graubündner Kantonalbank (GKB), Daniel Fust, und dem Leiter Personal, Alexander Villiger, gestellt. Die GKB kennt die Bündner Unternehmen gut, denn rund zwei Drittel der Bündner Unternehmen sind Kunden bei der GKB.

Bündner Gewerbe: Herr Fust, nun sind Sie seit drei Jahren im Amt als CEO der GKB. Wie haben Sie in dieser Zeit die Bündner Wirtschaft erlebt?

Daniel Fust: Die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft ist gross in unserem Kanton und ich bin von der Resilienz der Bündner KMU stark beeindruckt. Viele Betriebe haben hervorragende Geschäftsmodelle und das durchschnittliche Rating der KMUs ist trotz Krise nicht schlechter geworden. Trotz der grossen pandemiebedingten Herausforderung sind die Betriebe in schnellem Tempo wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Unsere KMUs sind also sehr gut aufgestellt. Die Hilfsmassnahmen während der Pandemie haben gewirkt.

Können die Covid-Kredite wie geplant zurückbezahlt werden?

Über 1400 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen haben während der Pandemie die Covid-Kredite bei uns in Anspruch genommen. Die Rückzahlungen laufen erwartungsgemäss. In Einzelfällen finden wir gemeinsam am Tisch immer eine Lösung. Viele Betriebe haben den Kredit für ein Notfallszenario gesichert und haben diesen längst zurückbezahlt, andere waren zurückhaltender. Dabei darf erwähnt werden, dass die Missbrauchsquote im Kanton Graubünden schwindend klein war.

Sind die Bündner Betriebe im Grossen und Ganzen für künftige Investitionen gewappnet?

Zurzeit sind die meisten Bündner Betriebe sehr gut aufgestellt. Der Ausblick auf die Energiekrise und die Wechselkurs-Problematik trüben jedoch die Aussichten. Von der Inflation, die in Europa etwa 10  Prozent ausmacht, kommen wir zurzeit mit 3 Prozent noch gut davon. Realwirtschaftlich hat sich der Schweizer Franken für exportorientierte Firmen nicht verändert.

«Unsere beratende Rolle bei Investitionen zu den Themen Energie und Nachhaltigkeit wird von den Unternehmerinnen und Unternehmern sehr geschätzt.»

Wie unterstützt die GKB KMUs bei Investitionen im Energiebereich?

Wir unterstützen in den verschiedensten Bereichen, seien dies Investitionen im Energiebereich, bei der Digitalisierung oder in der Prozessoptimierung. Wir beraten die Unternehmen gerne auch bei Businessplänen und beteiligen uns als Finanzpartner. Wir sehen uns nicht nur als Bank, sondern sehen uns durch unsere Mitwirkung an verschiedensten Investitionen auch bei Grossprojekten für die Energiewende als gesellschaftlich relevant. Mit der Wirtschaft und der Politik sind wir in engem Austausch und momentan läuft sehr viel bei den Investitionen im Energiebereich.

Gibt es für den Bau einer FotovoltaikAnlage auf einer Gewerbeliegenschaft bei der GKB Sonderkonditionen?

Für Privatpersonen bieten wir ein Gesamtpaket inklusive einer kostenlosen Steuerberatung an. Davon profitieren insbesondere Eigenheimbesitzer. Aktuell haben wir noch keine spezifischen Angebote für KMUs in diesem Bereich. Natürlich beraten wir diese im normalen Tagesgeschäft auch zu diesen Fragen. So sind wir zurzeit intensiv daran unsere Berater/innen mit Schulungen in diesem Bereich weiterzubilden.

Was kann die GKB beim Ausbau der Energieproduktion bei grossen Anlagen beitragen?

Wir begrüssen, dass es jetzt mit grossen Projekten im Kanton aufgrund der aktuellen Energielage vorwärtsgeht, insbesondere bei den Wasserkraftwerken Chlus und Lago Bianco. Die GKB ist interessiert, ihren Beitrag an der Finanzierung von grösseren Energieproduktionsanlagen zu leisten. Für die Refinanzierung nachhaltiger Kredite haben wir bereits eigene Green Bonds (festverzinsliche Anleihen) emittiert. Damit haben wir bisher Kredite im Bereich Gebäudesanierungen und Wasserkraft gedeckt.

Warum engagiert sich die GKB in diesem Bereich stark?

Wir wissen, was es in unserem Kanton heisst mit natürlichen und ökonomischen Ressourcen nachhaltig umzugehen und sind seit jeher darauf sensibilisiert. Institutionelle Anleger interessieren sich stark für nachhaltige Investitionen. Dies hilft bei der künftigen Finanzierung von neuen grossen Energieproduktionsanlagen. Mit der Hochstufung unserer Bank zum AA-Rating im Bereich Nachhaltigkeit ist die GKB in diesem Bereich sehr gut positioniert.

Aufgrund der Demografie werden in den nächsten Jahren viele Babyboomer pensioniert. Spürt auch die GKB den Fachkräftemangel?

Alexander Villiger: Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir unsere Stellen in der Regel noch besetzen können. Auch wir bekommen jedoch weniger Bewerbungen als früher. Daher haben wir schon vor einiger Zeit angefangen, in der Rekrutierung neue Wege zu gehen. Beispielsweise mittels Direktansprache von potenziellen Kandidaten über Social Media – insbesondere über Linkedin. Weiter sind unsere über 1000 Mitarbeitenden die besten Stellenvermittler, denn sie kennen unsere Kultur und unsere Werte. Im Programm «Mitarbeiter werben Mitarbeiter» ist zwar eine Prämie im Spiel, was jedoch am meisten motiviert, ist, dass sich Mitarbeitende bei der Rekrutierung selber einbringen können.

In Chur scheint dies zu funktionieren. Wie sieht es in den Randregionen aus?

Kann die GKB auch ihre Stellen in der Val Müstair besetzen? Es ist tatsächlich so, dass auch wir mehr Mühe haben qualifiziertes Personal in entlegenen Filialen zu finden. Daher haben wir deutlich mehr Quereinsteiger als früher. Wir stecken daher sehr viel Ressourcen in die Aus- und Weiterbildung, auch bei den langjährigen Mitarbeitenden. Was mich besonders Stolz macht, ist, dass rund 30 Prozent unserer neuen Einstellungen Rückkehrer sind. Sie kommen mehrheitlich wegen der Kultur zu unserer Bank zurück. Wir haben eine kooperative Kultur, flache Hierarchien und sind nahbar. So trifft sich unser CEO Daniel Fust beispielsweise regelmässig mit den Lernenden zum Mittagessen.

Was empfehlen Sie einem KMU bei der Rekrutierung von Fachkräften, der keine grosse Personalabteilung wie die GKB hat?

Als Chef eines Schreinerbetriebs beispielsweise würde ich mit einem Lernenden in die Schule des Dorfes gehen und zeigen, was die Schreiner konkret machen. Zudem würde ich das Netzwerk der Mitarbeitenden für die Rekrutierung nutzen. Optimal ist natürlich, die ausgebildeten Lernenden so lange wie möglich im Betrieb zu behalten sowie Mitarbeitende, welche bereits einmal im Betrieb gearbeitet haben, anzufragen.

«Die heutige Generation will mitdiskutieren, mitgestalten und Spuren hinterlassen.»

Welche Kompetenzen sind heute im Banking gefragt?

Auch heute sind hohe Fachkenntnisse im Bankwesen sehr wichtig, dazu kommen Kreativität und Innovationskraft. Wir sind bemüht, dass alle Mitarbeitenden Ihre Fähigkeiten insbesondere im digitalen Bereich und in der Kommunikation ausbauen können. Der Kundenkontakt bleibt und nimmt sogar zu. Banking ist schlussendlich Peoplebusiness – eine Dienstleistung für den Kunden. Daher sind soziale Kompetenzen und Empathie noch stärker gefragt. Repetitive Tätigkeiten in der Administration werden immer mehr durch automatisierte Prozesse ersetzt. Mit Weiterbildungen und Workshops machen wir unsere Mitarbeitenden fit für die Zukunft. Wir haben dafür einen eigenen Lehrgang «digitale Transformation» zusammen mit der FHGR kreiert. 

Was ist für die jungen Menschen wichtig, die Sie einstellen?

Die Generation kennt die frühere Hierarchie nicht. Sie wollen auf Augenhöhe mit den Vorgesetzten diskutieren, mitgestalten und Spuren hinterlassen. Sie suchen einen Sinn bei der Arbeit, wollen alles verstehen und nicht einfach nur machen, was ihnen vorgegeben wird. Ein positiver Teamgeist ist für viele sehr wichtig. Die Jungen wollen ihre Arbeit entwickeln und das Unternehmen kreativ mitgestalten. Dies kann auf den ersten Blick für den Arbeitgeber herausfordernd sein, führt aber zu einer besseren Leistung

Zum Schluss: Wie sieht das Banking im Jahr 2050 aus?

Daniel Fust: Banken wird es trotz der fortschreitenden Digitalisierung auch in Zukunft geben. Das Finanzgeschäft ist ein Geschäft von Mensch zu Mensch. Unsere Kernaufgabe ist Träume und Wünsche von Menschen und Unternehmen zu ermöglichen und diese zu finanzieren. Diese Dienstleistung wird auch in 30 Jahren gefragt sein.

 

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