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Informationen zu Corona für Unternehmen

Der Bündner Gewerbeverband hat die wichtigsten Informationen zum Thema Corona, insbesondere zu den wirtschaftlichen Unterstützungsmassnahmen zusammengestellt.

Ja zum Freihandelsabkommen mit Indonesien und E-ID

Der Kantonalvorstand des Bündner Gewerbeverbandes hat einstimmg die JA-Parole zum Freihandelsabkommen mit Indonesien und zum E-ID-Gesetz
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Gründe für Betriebstestungen:

  • Gesundheitsschutz
  • Quarantäneerleichterung
  • "Testen" statt "Schliessen" zum Durchbruch verhelfen
  • Testungen sind kostenlos

Wichtige Links:

Kontaktstelle Kanton

 

Beratung für Corona-Härtefälle

Unternehmerinnen und Unternehmer, die aufgrund ihrer schwierigen Lage nicht mehr weiterwissen oder an ihre Belastungsgrenze gestossen sind, können fachliche Unterstützung und Rat bei der Beratungsstelle der Wirtschaft einholen. Betroffene Mitglieder der Dachorganisationen der Wirtschaft (BGV, HKGR, HSGR) können sich unter Angabe ihrer Telefonnummer und dem Betrieb unter beratung@kgv-gr.ch melden. Der Kontakt wird schnellstmöglich hergestellt und selbstverständlich werden alle Angaben vertraulich behandelt. Weitere Informationen.

Aktuelle Abstimmungen

Der Kantonalvorstand des BGV hat für die Abstimmungen vom 7. März 2021 folgende Parolen gefasst:

  • JA-Parole zum Bundesgesetz vom 27. September 2019 über elektronische Identifizierungsdienste (EID-Gesetz, BGEID)
  • JA-Parole zum Bundesbeschluss vom 20. Dezember 2019 über die Genehmigung des Umfassenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommens zwischen den EFTA-Staaten und Indonesien
  • Keine Parole zur Volksinitiative vom 15. September 2017 «Ja zum Verhüllungsverbot»

Freihandelsabkommen mit Indonesien: Ein Ja für den nachhaltigen Handel

Das fortschrittliche Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und Indonesien ermöglicht den Schweizer Firmen einen besseren Zugang zu einem Markt mit 260 Millionen Einwohnern. Gleichzeitig werden verbindliche Umwelt- und Sozialstandards zum ersten Mal in einem solchen Abkommen festgeschrieben. Das Handelsabkommen ist somit auch richtungsweisend für den Abschluss von weiteren Abkommen. Der Kantonalvorstand des Bündner Gewerbeverbandes stimmt dem Freihandelsabkommen mit Indonesien einstimmig zu.

Das umfassende Freihandelsabkommen wurde zwischen den EFTA-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz) und Indonesien unterzeichnet. Die EFTA hat somit als erste Partnerin in Europa ein solches Abkommen mit Indonesien abgeschlossen. Als Exportnation ist die Schweiz auf offene Märkte angewiesen. Freihandelsabkommen sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit steigendem Protektionismus ein sehr wertvolles Instrument für ein kleines Land wie die Schweiz. Das Freihandelsabkommen wird insbesondere den Marktzugang und die Rechtssicherheit für den Handel mit Waren und Dienstleistungen verbessern. Für 98% der heutigen Warenausfuhren der Schweiz nach Indonesien werden nach Ablauf der Zollabbaufristen sämtliche Zölle wegfallen. Darüber hinaus umfasst das Abkommen Bestimmungen zu Investitionen, zum Schutz des geistigen Eigentums sowie zur nachhaltigen Entwicklung und zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Gegen das Abkommen wurde das Referendum von linken Parteien und Umweltorganisationen ergriffen.

Umweltschutz und soziale Standards

Im Freihandelsabkommen mit Indonesien erklärt sich zum ersten Mal ein Staat bereit, Zollkonzessionen mit verbindlichen Nachhaltigkeitsvorschriften zu verknüpfen. Es handelt sich somit um ein modernes Abkommen, das nicht nur den Handel unterstützt, sondern auch zu mehr Nachhaltigkeit und Fairness führt. Diese Bestimmungen zielen auf den Schutz der Umwelt und der Rechte von Arbeitnehmenden. Konkret wird etwa verbindlich geregelt, dass nur nachhaltig produziertes und rückverfolgbares Palmöl von den Vorteilen des Abkommens profitieren kann. Auf nicht nachhaltig produziertem Palmöl muss somit auch künftig Zölle bezahlt werden. Die Hauptargumente der Gegner sind, dass der Palmölsektor in Indonesien die Umwelt zerstöre und Menschenrechte verletze. Die Gegner übersehen, dass die Palmölproblematik mit dem Freihandelsabkommen angegangen wird. Wird das Abkommen abgelehnt, ändert sich nichts im Vergleich zu heute. Wird das Abkommen jedoch angenommen, kann nur nachhaltig produziertes Palmöl vom erleichterten Import profitieren.

Indonesiens Wirtschaft mit viel Potenzial

Die zunehmende Kaufkraft der indonesischen Mittelschicht macht das Land mit einer Bevölkerung von über 260 Millionen zu einem sehr interessanten Absatzmarkt für die schweizerische Exportwirtschaft. Bei einem Gesamtwert von rund 1,4 Milliarden Franken weisen die bilateralen Handelsströme somit ein deutliches Wachstumspotenzial auf. 2018 lag Indonesien auf Rang 47 der Schweizer Handelspartner. Das südostasiatische Land verzeichnet derzeit ein Wirtschaftswachstum von über 5 Prozent pro Jahr und könnte bis 2050 gemäss Prognosen zur viertgrössten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Indonesien könnte sich neben China und Indien somit zum dritten asiatischen Riesen entwickeln. Das Handelsabkommen ermöglicht auch exportorientierten Unternehmen im Kanton Graubünden gerade in dieser herausfordernden wirtschaftlichen Lage die Erschliessung von neuen Märkten.

E-ID als wichtige Grundlage für E-Government

Mit dem Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E-ID-Gesetz, BGEID) wird die Basis für die Herausgabe von elektronischen Identifizierungsmitteln geschaffen, die es den juristischen und natürlichen Personen ermöglichen, sich aufgrund staatlich bestätigter Daten im digitalen Raum zu identifizieren. Das E-ID-Gesetz bezweckt damit auch die Förderung des sicheren elektronischen Geschäftsverkehrs zwischen Unternehmen und Behörden.

Zur Erreichung dieses Ziels sollen die Aufgaben zwischen Staat und Privatwirtschaft aufgeteilt werden. Der Staat wird weiterhin seine Hauptaufgabe erfüllen: die amtliche Überprüfung und Bestätigung der Identität einer Person oder eines Unternehmens. Angesichts der Dynamik des technologischen Wandels wäre er jedoch nicht in der Lage, die technischen Trägermittel für die Identifizierung selbst zu entwickeln und herzustellen. Die Privatwirtschaft ist näher an den Nutzern und an den erforderlichen digitalen Technologien und kann diese Funktion besser erfüllen. Der Betrieb des E-ID-Systems sowie die Ausstellung der E-ID sind folglich Sache von privaten Anbieterinnen (Identity Provider). Im Hinblick auf die E-Government-Dienstleistungen der Behörden ist eine E-ID eine wichtige Grundlage.

Gegen das Gesetz wurde insbesondere aus Datenschutzgründen vonseiten verschiedener Gruppierungen das Referendum ergriffen. Die elektronischen Identifizierungsdienste seien gemäss den Gegnern eine staatliche Kernaufgabe. Das Gesetz ist insbesondere im Hinblick auf E-Government von Relevanz für die Unternehmen im Kanton Graubünden. Mit dem Gesetz ist künftig gewährleistet, dass Unternehmen mit der gleichen digitalen Identität staatliche Dienstleistungen auf allen föderalen Ebenen beziehen können. Wichtig ist bei der Umsetzung des Gesetzes, dass ein Wettbewerb zwischen verschiedene Anbieter von E-ID-Systemen stattfinden kann.